Acht Granit-Skulpturen für den Drubbel in Dorsten mit jeweils gleichem Rauminhalt von einem Kubikmeter bilden das Rückgrat des neu zu gestaltenden Drubbels im Zentrum der Innenstadt von Dorsten. Die dynamisch aufsteigende Steinreihung entwickelt sich aus ihrem „Urmaß“ von 15 x 15 Metern des Kreuzganges des ehemaligen Franziskaner Klosters. Diese werden auf den ersten Würfel mit den Maßen 150 x 150 cm übertragen, so daß diese Skulptur räumlich in der Verlängerung des Klosterhofes auf den Drubbel (vor Mensing) errichtet wird. Die zweite Skulptur ist ein Würfel mit der Kantenlänge von 100 x 100 x 100 cm. Um das kraftvolle Aufstreben zu erreichen, nimmt die Grundfläche der jeweils folgenden Skulptur um jeweils 10 cm im Längen- und Breitenmaß ab und in der Höhe entsprechend dem gleichem Raumvolumen zu. So ergibt sich folgendes Maßsystem: Länge x Breite x Höhe:150 x 150 x 45 cm 100 x 100 x 100 cm 90 x 90 x 125 cm 80 x 80 x 156 cm 70 x 70 x 205 cm 60 x 60 x 280 cm 50 x 50 x 400 cm 40 x 40 x 625 cm. Der Grundriss des Drubbels wird als gepflasterte Fläche (zum Beispiel durch trittsichere Grauwacke) dargestellt. Eine wohl dosierte Anzahl von bildhauerisch gestalteten Steinkrusten und Steinbalken unterstreicht in reduzierter Form „begleitend“ den Raumeindruck. Diese können auch diagonal aufgestellt werden und bilden Ruhe- und Kommunikationszonen. Die schmalen Gassen zwischen den Häusern werden mit kleinen Kopfsteinen aus Hartbasalt ausgefüllt. Der übrige fußläufige Bereich der Lippestraße wird durch den am Lippetor schon verlegten hellen Werkstein gefasst. Die Granitskulpturen achten und würdigen respektvoll geschichtliche Bezüge und Bebauungszusammenhänge, sind in der Gegenwart errichtet und verweisen in ihrer dynamischen Bewegung auf das Heute und Zukünftige. Alle acht Skulpturen nehmen den Bogen der historischen Bebauung auf und verstärken die Blickbeziehungen sowohl zum Lippetor, wie auch zum Markt und darüber hinaus und führen in der Umkehrung in die Mitte der Stadt. Skulptur fünf und sechs werden versetzt aufgestellt, so dass die gedachte Linie durch sie hindurchfließt. Ebenso bildet dieses bewusst eng aufgestellte Skulpturenpaar eine Torsituation und verbindet somit die Bauhausstiege mit der Klosterstraße. Steinskulpturen stellen den Menschen in den Mittelpunkt urbaner Stadträume und neuer Sicht- und Kraftlinien.

 

                                                                                                                                                          Christoph Wilmsen-Wiegmann